Infrarotheizung Stromverbrauch: So berechnen Sie die echten Kosten

Eine Infrarotheizung ist günstig in der Anschaffung – doch bei den laufenden Kosten trennt sich die Spreu vom Weizen. Da sie mit Strom heizt, entscheidet der Stromverbrauch darüber, ob sie sich lohnt oder zur Kostenfalle wird. In diesem Ratgeber lesen Sie, wie Sie den Stromverbrauch Ihrer Infrarotheizung ganz einfach selbst berechnen, was ein Einzelgerät und was eine ganze Wohnung kostet, und wann sich die Technik wirklich rechnet.

So berechnen Sie den Stromverbrauch

Der Stromverbrauch einer Infrarotheizung lässt sich mit einer einfachen Formel bestimmen: Leistung in Kilowatt mal Heizstunden mal Strompreis. Eine Infrarotheizung mit 1.000 Watt entspricht 1 Kilowatt und verbraucht in einer Stunde also 1 Kilowattstunde Strom. Läuft sie fünf Stunden am Tag, sind das 5 Kilowattstunden täglich. Bei einem Strompreis von rund 0,38 Euro pro Kilowattstunde – dem groben Durchschnitt für 2026 – kostet dieser Betrieb etwa 1,90 Euro am Tag oder rund 57 Euro im Monat. Wichtig ist dabei, dass moderne Geräte über ein Thermostat gesteuert werden und nicht dauerhaft mit voller Leistung laufen, sondern nur in Intervallen. Die reine Nennleistung überschätzt den tatsächlichen Verbrauch daher meist.

Der Stromverbrauch bestimmt die laufenden Kosten einer Infrarotheizung

Stromverbrauch und Kosten im Überblick

Wie viel eine Infrarotheizung verbraucht, hängt vor allem von ihrer Leistung und der Heizdauer ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Werte bei einem Strompreis von 0,38 Euro pro Kilowattstunde und fünf Heizstunden pro Tag:

LeistungkWh pro TagKosten/TagKosten/Monat
400 Watt2,0 kWh0,76 €ca. 23 €
700 Watt3,5 kWh1,33 €ca. 40 €
1.000 Watt5,0 kWh1,90 €ca. 57 €
1.500 Watt7,5 kWh2,85 €ca. 86 €

Diese Werte gelten pro Heizkörper. Für einen einzelnen Raum als Zusatzheizung sind die Kosten überschaubar. Anders sieht es aus, wenn Sie eine ganze Wohnung oder ein Haus komplett mit Infrarot beheizen – dann summieren sich die einzelnen Geräte schnell.

Als Zusatzheizung im Bad oder Homeoffice spielt die Infrarotheizung ihre Stärken aus

Einzelraum oder ganze Wohnung? Der große Unterschied

Hier liegt der entscheidende Punkt für die Wirtschaftlichkeit. Als punktuelle Zusatzheizung – etwa im Bad, im Homeoffice oder in einem selten genutzten Gästezimmer – ist eine Infrarotheizung sparsam und komfortabel, weil sie schnell und gezielt wärmt. Sobald Sie aber ein komplettes Haus damit beheizen, kehrt sich das Bild um. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 140 Quadratmetern rechnen Fachleute je nach Dämmung mit einem Jahresverbrauch von mehreren Tausend Kilowattstunden – die jährlichen Stromkosten können dann leicht 2.500 bis über 4.000 Euro erreichen. Das ist deutlich mehr, als eine Wärmepumpe oder eine Gasheizung im selben Haus kosten würde.

Wann sich die Infrarotheizung lohnt – und wann nicht

Ob sich eine Infrarotheizung rechnet, entscheidet vor allem die Dämmung. In einem gut gedämmten Neubau, Passiv- oder Niedrigenergiehaus ist der Wärmebedarf gering, die Wärme bleibt im Raum, und der Stromverbrauch hält sich in Grenzen. Hier kann die Infrarotheizung eine sinnvolle, wartungsarme Lösung sein. In einem schlecht gedämmten Altbau dagegen verpufft die Wärme schnell, die Geräte müssen ständig nachheizen, und die Stromrechnung explodiert – hier wird die Infrarotheizung fast immer zur Kostenfalle. Ein weiterer Faktor ist der Strom selbst: Wer eine Photovoltaikanlage besitzt und tagsüber den eigenen Solarstrom nutzt, senkt die Betriebskosten erheblich und macht die Infrarotheizung deutlich attraktiver. Auch die Verbraucherzentrale bewertet Infrarotheizungen als alleinige Heizung kritisch.

Die Dämmung entscheidet: In gut gedämmten Häusern lohnt die Infrarotheizung, im Altbau wird sie zur Kostenfalle

So senken Sie den Stromverbrauch

Auch bei einer Infrarotheizung lässt sich der Verbrauch beeinflussen. Wichtig ist die richtige Dimensionierung: Ein zu schwaches Gerät läuft dauerhaft auf Volllast und heizt den Raum trotzdem nicht auf, während ein passend dimensioniertes Paneel effizienter arbeitet. Als Faustregel gelten je nach Dämmung 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter. Ein Thermostat mit Zeitsteuerung sorgt dafür, dass nur geheizt wird, wenn der Raum genutzt wird. Die Paneele sollten frei strahlen können und nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt sein. Und wer den Strom über eine eigene Photovoltaikanlage bezieht, senkt die laufenden Kosten am wirkungsvollsten. Weitere Möglichkeiten, dauerhaft zu sparen, zeigt unser Ratgeber zum Heizkosten sparen.

Fazit

Der Stromverbrauch entscheidet über die Wirtschaftlichkeit einer Infrarotheizung. Mit der einfachen Formel aus Leistung, Heizstunden und Strompreis berechnen Sie die Kosten selbst – für ein Einzelgerät sind sie überschaubar, für eine komplett beheizte Wohnung dagegen hoch. Sinnvoll ist die Infrarotheizung vor allem als Zusatzheizung in einzelnen Räumen und in gut gedämmten Gebäuden, idealerweise kombiniert mit eigenem Solarstrom. In schlecht gedämmten Altbauten als alleinige Heizung ist sie dagegen selten wirtschaftlich.

Häufige Fragen zum Stromverbrauch der Infrarotheizung

Wie berechne ich den Stromverbrauch einer Infrarotheizung?
Mit der Formel: Leistung in Kilowatt mal Heizstunden mal Strompreis. Eine 1.000-Watt-Heizung verbraucht pro Stunde 1 Kilowattstunde. Bei fünf Stunden täglich sind das 5 Kilowattstunden, bei 0,38 Euro pro Kilowattstunde also rund 1,90 Euro am Tag oder etwa 57 Euro im Monat.

Was kostet eine Infrarotheizung im Monat?
Ein einzelnes Gerät kostet je nach Leistung und Heizdauer meist zwischen 20 und 90 Euro im Monat. Ein 700-Watt-Paneel bei fünf Stunden täglich liegt bei rund 40 Euro. Für eine komplett beheizte Wohnung summieren sich die Kosten dagegen schnell auf mehrere Hundert Euro im Monat.

Ist eine Infrarotheizung ein Stromfresser?
Als alleinige Heizung in einem schlecht gedämmten Altbau ja – dann verpufft die Wärme und die Geräte heizen ständig nach. In einem gut gedämmten Haus oder als punktuelle Zusatzheizung ist der Verbrauch dagegen überschaubar. Entscheidend sind Dämmung, Nutzung und Strompreis.

Lohnt sich eine Infrarotheizung als Hauptheizung?
Meist nur in sehr gut gedämmten Neubauten, Passiv- oder Niedrigenergiehäusern. Dort ist der Wärmebedarf so gering, dass der Stromverbrauch im Rahmen bleibt. In durchschnittlichen oder schlecht gedämmten Häusern ist sie als alleinige Heizung selten wirtschaftlich und teurer als eine Wärmepumpe.

Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung pro Quadratmeter?
Als Faustregel gelten je nach Dämmung 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter. In gut gedämmten Räumen reichen etwa 60 Watt, in schlecht gedämmten sind eher 100 Watt nötig. Eine korrekte Dimensionierung ist wichtig, damit das Gerät nicht dauerhaft auf Volllast läuft.

Wie kann ich den Stromverbrauch der Infrarotheizung senken?
Mit der richtigen Dimensionierung, einem Thermostat mit Zeitsteuerung und frei strahlenden Paneelen. Am wirkungsvollsten ist eigener Solarstrom aus einer Photovoltaikanlage. Auch eine gute Dämmung des Raumes senkt den Verbrauch deutlich, da die Wärme länger erhalten bleibt.

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