Bad selbst renovieren: Was Sie selbst können – und was nicht

Selbst Hand anlegen spart bei einer Badsanierung richtig Geld – die Arbeitskosten machen oft die Hälfte der gesamten Rechnung aus. Aber Vorsicht: Das Bad ist kein Raum, in dem man einfach drauflosprobiert. Wasser und Strom verzeihen keine Fehler, und ein falsch abgedichteter Duschbereich kann Jahre später zum teuren Wasserschaden werden, den niemand kommen sieht. In diesem Ratgeber erfahren Sie ehrlich, was Sie als geübter Heimwerker getrost selbst machen können – und wo Sie unbedingt den Fachmann holen sollten, auch wenn es Geld kostet.

Das können Sie gut selbst machen

Abriss und Demontage: Alte Fliesen abschlagen, das alte Waschbecken oder die Badewanne ausbauen – das ist Arbeit, die vor allem Kraft und Zeit kostet, aber kein Spezialwissen erfordert. Wer selbst entkernt, spart schnell mehrere hundert Euro. Tragen Sie dabei Schutzbrille und Handschuhe und drehen Sie vorher unbedingt Wasser und Strom ab. Den Bauschutt müssen Sie allerdings fachgerecht entsorgen – das kostet je nach Menge ein paar Euro im Container.

Streichen: Wände mit Feuchtraumfarbe streichen oder alte Fliesen mit speziellem Fliesenlack überstreichen ist für Heimwerker gut machbar. Wichtig sind eine saubere Vorbereitung, die richtige Grundierung und das Einhalten der Trockenzeiten. So frischen Sie ein Bad für wenig Geld auf, ohne dass eine einzige Fliese fallen muss. Achten Sie nur darauf, im direkten Spritzwasserbereich der Dusche keine normale Farbe zu verwenden – dort braucht es echte Fliesen oder Spezialbeschichtung.

Möbel und Accessoires montieren: Spiegelschrank, Unterschrank, Handtuchhalter und Haken anbringen – das schafft fast jeder mit einer Bohrmaschine und etwas Geduld. Achten Sie nur darauf, beim Bohren keine verdeckten Leitungen zu treffen. Ein günstiger Leitungssucher für wenige Euro bewahrt Sie vor einem teuren Missgeschick.

Silikonfugen erneuern: Alte, vergilbte oder schimmlige Silikonfugen herauskratzen und neu ziehen ist ein dankbares Projekt. Mit etwas Übung sieht das Ergebnis sauber aus und wertet das ganze Bad sofort optisch auf. Das kostet fast nichts außer einer Kartusche Silikon und einer ruhigen Hand.

Hier gehört der Fachmann ran

Abdichtung: Das ist die wichtigste und gleichzeitig heikelste Arbeit im ganzen Bad. Eine falsch ausgeführte Abdichtung im Dusch- oder Wannenbereich führt dazu, dass Wasser unbemerkt in die Wand zieht. Den Schaden merkt man oft erst nach Jahren – und dann ist er riesig und sündhaft teuer. Hier ist absolut kein Platz für Experimente, das gehört in geübte Hände.

Wasser- und Abwasserleitungen: Neue Leitungen verlegen, Anschlüsse setzen und das richtige Gefälle für den Abfluss berechnen – das ist klassische Fachmann-Arbeit. Ein Fehler bedeutet hier undichte Stellen oder Abwasser, das nicht richtig abläuft und stinkt. Beides ist im Nachhinein nur mit großem Aufwand zu reparieren.

Elektrik: Im Bad gelten besonders strenge Regeln, weil Wasser und Strom eine lebensgefährliche Kombination sind. Steckdosen, Beleuchtung und der FI-Schutzschalter müssen von einer Elektrofachkraft installiert werden – schon aus reinen Versicherungsgründen. Passiert etwas und die Elektrik wurde nicht fachgerecht installiert, zahlt im Zweifel keine Versicherung.

Fliesen im Nassbereich: Eine gerade, trockene Wand kann ein geübter Heimwerker durchaus selbst fliesen. Aber der Duschbereich mit Gefälle, Abdichtung und vielen Anschlüssen ist anspruchsvoll. Hier lohnt sich der Profi, damit am Ende wirklich alles dicht ist und bleibt.

Werkzeug und Vorbereitung – das brauchen Sie

Wer selbst Hand anlegt, sollte das richtige Werkzeug bereitlegen, bevor es losgeht. Für den Abriss brauchen Sie Hammer, Meißel, einen stabilen Eimer für den Schutt und feste Handschuhe. Fürs Streichen gehören Feuchtraumfarbe, Grundierung, Rollen, Pinsel und Abklebeband dazu. Für die Möbelmontage sind eine gute Bohrmaschine, passende Dübel, eine Wasserwaage und ein Leitungssucher Pflicht. Und für die Silikonfugen brauchen Sie eine Kartuschenpistole, einen Fugenglätter und Silikonentferner. Wer das alles vorher besorgt, muss nicht mitten in der Arbeit zum Baumarkt fahren und verliert keine Zeit. Planen Sie außerdem genug Zeit ein – als Heimwerker arbeitet man langsamer als der Profi, und das ist völlig in Ordnung. Lieber sauber und langsam als schnell und schlampig. Wer sich die Arbeitsschritte vorher in Ruhe überlegt und der Reihe nach abarbeitet, kommt am Ende besser und entspannter ans Ziel.

Die clevere Mischung macht’s

Am meisten sparen Sie, wenn Sie die einfachen Arbeiten selbst übernehmen und die heiklen dem Fachbetrieb überlassen. Sprechen Sie das vorher offen mit dem Handwerker ab – viele Betriebe sind damit einverstanden, wenn Sie etwa selbst abreißen, streichen und am Ende die Möbel montieren. Wichtig ist nur, dass Sie klar klären, wer für welche Arbeit die Gewährleistung übernimmt. Für alles, was Sie selbst machen, haftet niemand außer Ihnen selbst.

Ein Wort zur Sicherheit

Drehen Sie vor jeder Arbeit Wasser und Strom ab. Tragen Sie Schutzausrüstung, gerade beim Abriss. Und seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie unsicher sind, ob Sie etwas wirklich können, holen Sie lieber den Profi. Ein gespartes Wochenende ist schnell wieder wettgemacht, wenn am Ende der Wasserschaden kommt und das halbe Bad noch einmal aufgerissen werden muss.

Häufige Fragen

Was kann ich beim Bad selbst machen?
Abriss, Streichen, Möbelmontage und Silikonfugen sind gut machbar. Das spart einen großen Teil der Arbeitskosten.

Was sollte ich nicht selbst machen?
Abdichtung, Wasser- und Abwasserleitungen, Elektrik und den Duschbereich – hier sind Fehler teuer und gefährlich.

Wie viel spare ich durch Eigenleistung?
Die Arbeitskosten machen oft die Hälfte der Rechnung aus. Wer die einfachen Arbeiten selbst macht, spart spürbar.

Darf ich die Elektrik im Bad selbst machen?
Nein. Aus Sicherheits- und Versicherungsgründen muss das eine Elektrofachkraft übernehmen.

Fazit

Selbst machen lohnt sich – aber mit Köpfchen und klaren Grenzen. Abriss, Streichen, Möbelmontage und Silikonfugen können Sie als Heimwerker gut selbst erledigen und damit einen großen Teil der Arbeitskosten sparen. Abdichtung, Leitungen, Elektrik und der Duschbereich dagegen gehören in die Hände eines Fachbetriebs. Wer diese Linie sauber zieht, spart Geld und schläft trotzdem ruhig – weil er weiß, dass das Bad dicht und sicher ist.

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