Die meisten denken erst dann über ein barrierefreies Bad nach, wenn es konkret wird – ein Sturz, ein Pflegefall, oder einfach der Wunsch, im eigenen Zuhause alt zu werden. Und dann kommt schnell die Frage: Was kostet das eigentlich?
Die ehrliche Antwort: Es hängt stark davon ab, wie weit Sie gehen. Ein paar Haltegriffe nachzurüsten kostet kaum mehr als ein gutes Essen für die Familie. Ein komplettes Bad nach DIN 18040-2 umzubauen liegt dagegen schnell bei 25.000 €. Die gute Nachricht vorweg: Bei kaum einem anderen Umbau gibt es so viel Förderung – bis zu 4.180 € von der Pflegekasse, dazu KfW und Steuervorteile. Wir zeigen Ihnen, was die einzelnen Maßnahmen kosten und wie Sie möglichst viel davon zurückbekommen.
| Maßnahme | Kosten | Förderfähig? |
|---|---|---|
| Haltegriffe & Stützgriffe | 200 – 600 € | ja |
| Bodengleiche Dusche (Einzelmaßnahme) | 3.000 – 7.000 € | ja |
| Badewanne zu Dusche umbauen | 4.000 – 8.000 € | ja |
| Teilumbau (Dusche + WC + Griffe) | 8.000 – 15.000 € | ja |
| Komplettumbau nach DIN 18040-2 | 15.000 – 25.000 € | ja |
Barrierefrei ist nicht gleich barrierefrei. In der Praxis gibt es drei Wege, und welcher der richtige ist, hängt von Ihrer Situation ab.
Mit Einzelmaßnahmen anfangen ist oft der klügste Schritt. Haltegriffe für 200 bis 600 €, dazu vielleicht ein erhöhtes WC – das bringt sofort mehr Sicherheit, ohne dass Sie gleich das ganze Bad aufreißen müssen.
Der Teilumbau ist die häufigste Lösung, die wir sehen: bodengleiche Dusche, erhöhtes WC und Haltegriffe zusammen. Damit ist der Alltag für die allermeisten gut abgedeckt – und Sie liegen bei 8.000 bis 15.000 €.
Der Komplettumbau nach DIN 18040-2 ist die Königsklasse: 120 × 120 cm Bewegungsfläche, unterfahrbarer Waschtisch, breitere Türen. Das kostet 15.000 bis 25.000 €, ist aber wirklich rollstuhlgerecht. Für viele ist das mehr, als sie brauchen – fragen Sie sich ehrlich, was Sie tatsächlich benötigen.
Der größte Brocken bei einem barrierefreien Bad ist fast immer die bodengleiche Dusche. Klingt simpel, ist es aber nicht: Der Boden muss aufgestemmt, der Abfluss verlegt und alles neu abgedichtet werden. Genau hier wird gepfuscht, wenn der Preis zu schön ist, um wahr zu sein.
| Gewerk | Kosten (ca.) |
| Demontage & Entsorgung | 800 – 1.500 € |
| Rohinstallation (Leitungen) | 2.000 – 4.000 € |
| Estrich & Abdichtung (bodengleich) | 1.500 – 3.000 € |
| Elektroinstallation | 1.000 – 2.500 € |
| Fliesen (rutschhemmend, R10+) | 2.000 – 5.000 € |
| Sanitärobjekte (WC, Waschtisch, Dusche) | 2.000 – 5.000 € |
Ein Tipp aus der Praxis: Achten Sie auf rutschhemmende Fliesen, mindestens Bewertungsgruppe R10. Das kostet kaum mehr, macht aber den Unterschied zwischen sicher und gefährlich – gerade mit nassen Füßen.
Der wichtigste Faktor ist das Gebäude selbst. In einem Altbau zahlen Sie schnell 20 bis 40 Prozent mehr als im Neubau – alte Leitungen, dicke Wände, manchmal Überraschungen unter dem Estrich. Auch die DIN-Norm macht einen Unterschied: Ein voll barrierefreies Bad nach Norm ist deutlich aufwendiger als eines, das nur „barrierereduziert“ ist. Und natürlich die Region – in Großstädten und im Süden ist der Handwerker teurer.
Beim barrierefreien Bad gibt es so viel Geld vom Staat wie bei kaum einem anderen Umbau. Drei Töpfe lohnen sich:
| Förderung | Höhe |
| Pflegekasse (mit Pflegegrad) | bis zu 4.180 € pro Person |
| KfW 455-B (Einzelmaßnahme) | 10 %, max. 2.500 € |
| KfW 455-B (Altersgerechtes Haus) | 12,5 %, max. 6.250 € |
| Steuer (§ 35a EStG) | 20 % der Handwerkerkosten |
Zwei Dinge, die viele falsch machen: Erstens muss der Antrag vor Baubeginn raus – ein unterschriebener Handwerkervertrag gilt schon als Beginn. Zweitens ist das KfW-Budget begrenzt; 2026 reicht es nur für eine begrenzte Zahl an Haushalten. Wer wartet, geht im Zweifel leer aus. Also: früh kümmern.
| Position | Betrag |
| Bodengleiche Dusche | 6.000 € |
| KfW 455-B (10 %) | – 600 € |
| Endkosten | 5.400 € |
| Position | Betrag |
| Teilumbau (Dusche + WC + Griffe) | 12.000 € |
| Pflegekasse-Zuschuss | – 4.180 € |
| Endkosten | 7.820 € |
Sparen lässt sich vor allem über die Reihenfolge: Wer mit der bodengleichen Dusche anfängt und den Rest später macht, verteilt die Kosten und gewinnt trotzdem sofort an Sicherheit. Förderung voll ausschöpfen versteht sich von selbst. Wovon wir dringend abraten: an der Abdichtung sparen oder die Dusche selbst fliesen, wenn man es nicht gelernt hat. Eine undichte bodengleiche Dusche ist einer der teuersten Schäden überhaupt – das Wasser läuft, wo man es nicht sieht.
Hinweis: Alle genannten Preise sind durchschnittliche Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Region, Ausstattung, Anbieter und Aufwand abweichen. Es handelt sich nicht um garantierte Festpreise.
Hinweis: Alle genannten Preise sind durchschnittliche Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Region, Ausstattung, Anbieter und Aufwand abweichen. Es handelt sich nicht um garantierte Festpreise. Für ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
Je nach Umfang zwischen 3.000 € für eine Einzelmaßnahme und 25.000 € für den Komplettumbau nach DIN. Die meisten landen bei 8.000 bis 15.000 €.
Als Einzelmaßnahme meist 3.000 bis 7.000 € – inklusive Abdichtung, Fliesen und Glasabtrennung.
Pflegekasse bis 4.180 € (mit Pflegegrad), KfW 455-B bis 6.250 % und 20 % über die Steuer. Antrag immer vor Baubeginn.
Für die meisten ja. Wer mit der bodengleichen Dusche beginnt, gewinnt am meisten Sicherheit pro Euro – und kann den Rest später ergänzen.
Eine bodengleiche Dusche 3 bis 5 Tage, ein Komplettumbau 2 bis 3 Wochen.
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