Badsanierung Ablauf: In 7 Schritten zum neuen Bad

Eine Badsanierung ist kein Projekt, das man mal eben am Wochenende erledigt. Vom ersten Plan bis zur letzten Silikonfuge greifen viele Schritte ineinander – und die Reihenfolge ist dabei oft wichtiger, als man denkt. Wer weiß, was wann passiert, kann besser planen, Kosten im Blick behalten und böse Überraschungen vermeiden.In diesem Ratgeber gehen wir den kompletten Ablauf einer Badsanierung durch – Schritt für Schritt, mit ehrlichen Zeitangaben. So wissen Sie genau, worauf Sie sich einlassen.

Letzte Aktualisierung: Juli 2026

Der Ablauf einer Badsanierung folgt fast immer derselben Reihenfolge: Vorbereitung, Demontage, Rohinstallation, Vorwand und Trockenbau, Estrich mit Abdichtung, Fliesen, Endmontage und Abnahme. Diese Reihenfolge ist nicht verhandelbar – jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf. Was in vielen Ratgebern fehlt: An jedem dieser Schritte muss von Ihnen bereits eine Entscheidung getroffen sein. Steht sie nicht, wartet die Baustelle. Wir gehen die sieben Schritte deshalb mit genau dieser Frage durch – was jetzt fertig entschieden sein muss.

Schritt 1 – Vorbereitung, Auftrag und Anträge

Bevor der erste Handwerker kommt, sind drei Dinge zu klären: das Angebot, die Förderung und das Ersatzbad. Wichtig ist die Reihenfolge – Förderanträge müssen gestellt sein, bevor Sie den Handwerkervertrag unterschreiben. Danach ist der Anspruch weg. Dazu kommen die praktischen Dinge: Container bestellen, Zugang und Stellplatz klären, Nachbarn informieren.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: der Grundriss. Bleiben WC, Waschtisch und Dusche an ihrem Platz oder wandern sie? Davon hängt der gesamte Aufwand in Schritt 3 ab. Eine vollständige Vorbereitungsliste finden Sie in der Checkliste zur Badplanung, die Kostenseite steht unter Badsanierung Kosten.

Schritt 2 – Demontage und Entkernung

Jetzt kommt alles raus: Sanitärobjekte, Fliesen, teilweise der Estrich. Das ist der lauteste und staubigste Teil und gleichzeitig der, den Sie am ehesten selbst übernehmen können. Wo genau die Grenze zwischen Eigenleistung und Fachbetrieb sinnvoll verläuft, haben wir in Bad selbst renovieren aufgeschlüsselt.

In diesem Schritt zeigt sich auch, was der Bestand wirklich hergibt – marode Leitungen, feuchter Estrich, fehlende Schutzschalter. Deshalb gehört hierhin ein Puffer im Budget und nicht erst ans Ende.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: ob die Wanne bleibt oder einer Dusche weicht. Nach der Entkernung ist der Zeitpunkt für einen Rückzieher vorbei.

Schritt 3 – Rohinstallation für Wasser, Abwasser und Strom

Jetzt werden die Leitungen verlegt: Zu- und Abwasser, Heizungsanbindung, Stromkreise, Lüftung. Alles, was später in der Wand verschwindet, entsteht hier. Genau deshalb ist dieser Schritt der teuerste Punkt für nachträgliche Änderungen – ist gefliest, bedeutet jede zusätzliche Steckdose Aufstemmen und Neufliesen.

Ein Detail, das regelmäßig zu Verzögerungen führt: Unterputz-Armaturen bestehen aus einem Rohbauset in der Wand und einer sichtbaren Fertigmontage. Beide Teile stammen vom selben Hersteller und sind nicht frei kombinierbar. Das Modell muss also feststehen, bevor die Wand zugeht.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: alle Armaturen inklusive Unterputz-Modelle, jede Steckdosen- und Lichtposition, und ob eine Fußbodenheizung im Bad dazukommt. Für ein innenliegendes Bad gehört auch der Badlüfter in diese Planung.

Schritt 4 – Vorwandinstallation und Trockenbau

Die Leitungen verschwinden hinter Vorwandelementen, Spülkästen und Traglager für Waschtisch und WC werden gesetzt. Hier fallen die Montagehöhen endgültig – Waschtischhöhe, Spülkastenposition, Höhe der Duscharmatur. Wer im Sitzen duschen möchte oder Barrierefreiheit mitdenkt, muss das spätestens jetzt sagen, nicht später.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: sämtliche Montagehöhen und die Frage, ob Haltegriffe oder ein Duschsitz später nachgerüstet werden sollen. Traglager dafür kosten jetzt fast nichts und lassen sich hinterher nicht mehr einbauen. Was ein altersgerechter Umbau insgesamt kostet, steht unter Barrierefreies Bad: Kosten.

Schritt 5 – Estrich, Trocknung und Abdichtung

Der Estrich kommt rein und muss trocknen – dieser Schritt lässt sich durch nichts beschleunigen. Wird zu früh weitergearbeitet, reißen später die Fliesen. Anschließend folgt der wichtigste unsichtbare Arbeitsgang des ganzen Projekts: die Verbundabdichtung im Dusch- und Wandbereich, geregelt in der DIN 18534.

Eine fehlerhafte Abdichtung ist die häufigste Ursache für Feuchteschäden im Bad, und sie fällt erst Jahre später auf. Lassen Sie sich diesen Schritt fotografieren, bevor gefliest wird – die Bilder sind Ihr einziger Nachweis, wenn es später Streit gibt. Wie der Aufbau fachgerecht aussieht, erklärt Dusche abdichten.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: bodengleiche Dusche oder Duschtasse. Das entscheidet über den gesamten Bodenaufbau und ist danach nicht mehr änderbar.

Schritt 6 – Fliesen, Boden und Malerarbeiten

Erst jetzt wird das Bad sichtbar. Gefliest wird in der Regel von oben nach unten, danach folgen Anstrich und Bodenbelag. Rechnen Sie Fliesen mit Verschnitt ein und kaufen Sie bewusst einen Karton zu viel – bei einer späteren Reparatur ist genau diese Serie oft nicht mehr lieferbar. Die Materialpreise stehen unter Bad fliesen: Kosten.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: Fliesenformat, Verlegerichtung und Fugenfarbe. Das Format bestimmt den Verschnitt und damit die Menge, die Verlegerichtung beeinflusst, wie groß der Raum wirkt.

Schritt 7 – Endmontage und Abnahme

Sanitärobjekte, Armaturen, Badmöbel und Spiegel werden montiert, Silikonfugen gezogen, alles wird angeschlossen und geprüft. Und dann kommt der Schritt, den fast alle Ratgeber auslassen: die Abnahme.

Gehen Sie das Bad gemeinsam mit dem Betrieb durch und halten Sie jeden Mangel schriftlich in einem Abnahmeprotokoll fest – Kratzer, schiefe Fugen, fehlende Silikonanschlüsse. Was dort nicht steht, wird später schwer durchzusetzen. Bei Arbeiten an einem Bauwerk beträgt die Gewährleistungsfrist in der Regel fünf Jahre. Heben Sie außerdem alle Rechnungen und die Fotos aus Schritt 5 auf. Wichtig für die Steuer: Die Rechnung muss überwiesen werden und Arbeitskosten getrennt ausweisen, sonst entfällt der Abzug nach § 35a EStG.

Diese Entscheidung muss jetzt stehen: ob Sie mit Restmängeln abnehmen. Eine Abnahme unter Vorbehalt ist möglich – eine vorbehaltlose Abnahme kehrt die Beweislast um.

Wenn Sie zur Miete wohnen

In einer Mietwohnung greift der Ablauf früher ein. Alles, was in die Bausubstanz eingreift – Leitungen verlegen, Wände öffnen, Fliesen austauschen – braucht die Zustimmung des Vermieters, und zwar am besten schriftlich vor Auftragserteilung. Klären Sie in derselben Vereinbarung, was am Ende des Mietverhältnisses passiert und ob Sie einen Ausgleich für die Investition bekommen. Wir sind keine Rechtsberatung; bei größeren Umbauten lohnt sich ein Blick in den Mietvertrag oder eine kurze rechtliche Einschätzung.

Wie lange dauert der ganze Ablauf?

Je nach Umfang liegen zwischen Demontage und Abnahme meist zwei bis fünf Wochen, im Altbau auch länger. Die genauen Zeiten pro Phase – inklusive der Trocknungszeiten, die den Takt vorgeben – haben wir in Badsanierung Dauer aufgeschlüsselt.

Fazit

Der Ablauf einer Badsanierung ist technisch vorgegeben, und genau das macht ihn planbar. Kritisch sind nicht die Handwerker, sondern die Entscheidungen: Grundriss vor Schritt 1, Armaturen vor Schritt 3, Montagehöhen vor Schritt 4, Bodenaufbau vor Schritt 5, Fliesenformat vor Schritt 6. Wer diese fünf Punkte rechtzeitig festzurrt, hat den Ablauf im Griff – und spart sich die teuren Änderungen, die sonst mitten im Projekt auflaufen.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge saniert man ein Bad?
Vorbereitung und Anträge, Demontage, Rohinstallation für Wasser und Strom, Vorwand und Trockenbau, Estrich mit Abdichtung, Fliesen und Malerarbeiten, zum Schluss Endmontage und Abnahme.

Wann muss ich die Armaturen ausgesucht haben?
Vor der Rohinstallation. Unterputz-Armaturen bestehen aus Rohbauset und Fertigmontage desselben Herstellers – ist die Wand zu, ist die Wahl festgelegt.

Was passiert bei der Abnahme?
Sie gehen das Bad gemeinsam mit dem Betrieb durch und halten alle Mängel schriftlich fest. Eine Abnahme unter Vorbehalt ist möglich; bei einer vorbehaltlosen Abnahme wird es später schwieriger, Mängel geltend zu machen.

Kann ich Schritte parallel laufen lassen?
Nur begrenzt. Estrichtrocknung und Abdichtung geben den Takt vor und lassen sich nicht verkürzen. Parallel möglich sind Vorbereitungen wie Materialbeschaffung oder Malerarbeiten in angrenzenden Räumen.

Brauche ich als Mieter eine Genehmigung?
Für Eingriffe in die Bausubstanz ja. Holen Sie die Zustimmung des Vermieters schriftlich ein, bevor Sie den Auftrag erteilen. Weitere unabhängige Informationen finden Sie beim KfW-Förderung zur Barrierereduzierung.

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