Erst eingrenzen: Wo kommt das Wasser kalt an?
Ob Sie die Ursache selbst finden oder gleich jemanden anrufen sollten, entscheidet sich meist schon in den ersten zwei Minuten. Drehen Sie nacheinander an Küche, Waschbecken und Dusche das warme Wasser auf und achten Sie darauf, ob es überall gleich ist. Werfen Sie außerdem einen Blick auf die Heizkörper. Aus diesen beiden Beobachtungen ergibt sich in den meisten Fällen schon die Richtung.
| Was Sie beobachten | Wo die Ursache meist liegt |
| Nur eine Armatur bleibt lauwarm, die anderen sind heiß | Armatur selbst: Kartusche, Thermostat oder verkalktes Sieb |
| Überall lauwarm, Wasser kommt aus einem Durchlauferhitzer | Durchlauferhitzer: Sicherung, Temperatur, Kalk, Durchfluss |
| Überall kalt, die Heizkörper werden aber warm | Warmwasserbereitung der Heizung: Speicherladung, Umschaltventil, Fühler, Zeitprogramm |
| Überall kalt und die Heizung ist auch kalt | Wärmeerzeuger in Störung, kein Strom oder Gas, zu wenig Anlagendruck |
| Erst warm, nach wenigen Minuten kalt | Speicher leer oder zu klein, Kalk im Wärmetauscher |
| Ganzes Haus betroffen | Zentrale Anlage im Keller, zuständig ist die Hausverwaltung |
Ein Sonderfall ist lauwarmes Wasser an allen Zapfstellen, obwohl der Speicher nachweislich heiß ist. Darauf geht ein eigener Abschnitt weiter unten ein, weil die Ursache dort selten vermutet wird.
Durchlauferhitzer: Wasser bleibt lauwarm oder kalt

Ein elektronischer Durchlauferhitzer hängt fast immer an drei Sicherungen, weil er mit Drehstrom arbeitet. Fliegt nur eine davon raus, heizt das Gerät oft noch, aber nur mit einem Teil seiner Leistung. Das Ergebnis ist lauwarmes Wasser, und genau deshalb wird dieser Fehler so häufig übersehen. Schauen Sie im Sicherungskasten nach, ob alle drei Automaten für den Durchlauferhitzer oben stehen. Springt einer beim Wiedereinschalten sofort wieder heraus, lassen Sie die Finger davon und rufen einen Elektriker.
Zweiter Klassiker im Winter: Das Leitungswasser kommt deutlich kälter im Haus an als im Sommer, oft mit nur noch acht bis zehn Grad. Ein Gerät mit 21 kW schafft dann rechnerisch nur noch etwa zehn Liter pro Minute auf 40 Grad. Wer voll aufdreht, bekommt mehr Wasser, aber eben kühleres. Weniger Durchfluss oder eine höhere Solltemperatur am Gerät helfen hier sofort.
Ältere, hydraulisch gesteuerte Geräte schalten erst ab einer bestimmten Durchflussmenge ein. Ein neuer Sparduschkopf oder ein verkalkter Perlator kann dazu führen, dass diese Menge nicht mehr erreicht wird und das Gerät gar nicht anspringt. Bei sehr kalkhaltigem Wasser setzt sich außerdem das Sieb im Kaltwasseranschluss zu. Das Reinigen gehört in die Hände eines Fachbetriebs, weil das Gerät dafür geöffnet und vom Strom getrennt werden muss. Ist das Gerät schon älter, kann ein Austausch die bessere Lösung sein. Was das kostet, zeigt unser Ratgeber Durchlauferhitzer austauschen: Kosten.
Gastherme oder Kessel mit Warmwasserspeicher

Bei einer Kombitherme wird das Wasser im Moment des Zapfens erwärmt. Ein Umschaltventil entscheidet, ob die Wärme in die Heizkörper oder ins Trinkwasser geht. Hängt dieses Ventil, bleiben die Heizkörper warm, und aus dem Hahn kommt nur kaltes Wasser. Ähnlich wirkt ein defekter Durchflusssensor, der das Öffnen des Wasserhahns nicht mehr erkennt. Beides ist ein Fall für den Heizungsbauer. Schauen Sie vorher kurz aufs Display: Eine Störungsmeldung oder ein Fehlercode hilft dem Techniker, gleich das richtige Ersatzteil mitzubringen.
Zeigt das Manometer an der Therme einen deutlich niedrigeren Druck als sonst, schalten viele Geräte aus Sicherheitsgründen ab. Welcher Wert richtig ist, steht in der Bedienungsanleitung, in Einfamilienhäusern liegt er häufig zwischen 1 und 2 bar. Wie Sie Wasser nachfüllen und Luft aus den Heizkörpern lassen, erklärt unser Ratgeber zum Heizung entlüften.
Bei einem Kessel mit separatem Speicher lohnt zuerst ein Blick ins Zeitprogramm. Nach einem Stromausfall, einer Wartung oder der Umstellung auf Sommerbetrieb steht die Warmwasserbereitung manchmal auf Aus oder auf einem Urlaubsprogramm. Ist das ausgeschlossen, kommen die Speicherladepumpe, ein defekter Speicherfühler oder ein hängendes Rückschlagventil infrage. Wenn die Pumpe läuft, wird das Rohr zum Speicher nach kurzer Zeit spürbar warm. Bleibt es kalt, obwohl der Kessel heizt, liegt der Fehler oft genau dort.
Wärmepumpe: Warmwasser nur lauwarm
Wärmepumpen arbeiten umso sparsamer, je niedriger die Temperatur ist, die sie erzeugen müssen. Deshalb ist die Warmwasser-Solltemperatur ab Werk oder vom Installateur oft eher niedrig eingestellt. Kommt das Wasser nur lauwarm an, prüfen Sie zuerst diesen Wert im Menü der Wärmepumpe. Manche Anlagen schalten für höhere Temperaturen einen elektrischen Heizstab zu, der im Sparmodus deaktiviert sein kann.
Beim Herunterregeln sollten Sie die Hygiene im Blick behalten. Das Umweltbundesamt empfiehlt auch für Ein- und Zweifamilienhäuser mindestens 60 Grad am Austritt des Speichers und 55 Grad im Leitungsnetz. Für größere Anlagen, etwa in Mehrfamilienhäusern mit über 400 Liter Speicher oder mehr als drei Liter Leitungsinhalt bis zur entferntesten Zapfstelle, schreibt das DVGW-Arbeitsblatt W 551 diese Werte als Mindesttemperaturen vor. Welche Kosten eine Wärmepumpe insgesamt verursacht, steht im Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Überall lauwarm, obwohl der Speicher heiß ist
Diesen Fehler übersehen selbst Fachleute manchmal. Der Speicher hat 60 Grad, aber an allen Hähnen kommt nur lauwarmes Wasser. Häufig liegt das an einer einzigen defekten Armatur irgendwo im Haus, zum Beispiel einer Thermostatbatterie in der Dusche oder einer Einhebelmischbatterie, deren Rückflussverhinderer nicht mehr dicht sind. Über diese Armatur drückt kaltes Wasser in die Warmwasserleitung und mischt sich unter. Mit einer Zirkulationsleitung verteilt sich das Gemisch im ganzen Haus.
Ein Hinweis darauf: Das Problem tritt besonders dann auf, wenn längere Zeit kein Wasser gezapft wurde, etwa morgens. Ein Installateur kann die verdächtigen Armaturen nacheinander absperren und so die undichte Stelle finden. Die Reparatur selbst ist meist überschaubar, oft reicht eine neue Kartusche oder ein neuer Rückflussverhinderer.
Was Sie selbst prüfen können und was nicht

Einige Dinge dürfen und können Sie gefahrlos selbst kontrollieren:
- Sicherungen und FI-Schalter im Sicherungskasten
- Display und Störungsanzeige an Therme, Kessel oder Wärmepumpe
- Zeitprogramm, Sommer- oder Urlaubsbetrieb
- Anlagendruck am Manometer
- Perlator am Wasserhahn abschrauben und in Essig oder Zitronensäure entkalken
Alles, wofür ein Gerät geöffnet werden muss, gehört zum Fachbetrieb. Das gilt für Durchlauferhitzer genauso wie für Gasthermen, bei denen Arbeiten an gasführenden Teilen ohnehin nur zugelassenen Betrieben erlaubt sind. Ist Kalk die Ursache, lohnt sich ein Blick auf die Wasserhärte Ihres Versorgers. Bei sehr hartem Wasser kommt das Problem sonst schnell wieder.
Kein Warmwasser in der Mietwohnung
Warmes Wasser gehört zur normalen Ausstattung einer Wohnung, und für die Reparatur ist der Vermieter zuständig. Ihr wichtigster Schritt ist, den Ausfall sofort zu melden, am besten schriftlich mit Datum. Das ist mehr als eine Formsache: Nach § 536c BGB müssen Mieter einen Mangel unverzüglich anzeigen. Wer das versäumt, kann für die Zeit, in der der Vermieter deshalb nichts tun konnte, die Miete nicht mindern.
Die Minderung selbst tritt nach § 536 BGB von Gesetzes wegen ein, solange der Mangel besteht. Wie hoch sie ausfällt, hängt von Dauer, Umfang und Jahreszeit ab. In veröffentlichten Urteilen reichen die Quoten von wenigen Prozent bei sehr langer Wartezeit auf warmes Wasser bis zu deutlich höheren Werten, wenn im Winter Heizung und Warmwasser gleichzeitig ausfallen. Kürzen Sie die Miete im Zweifel nur unter Vorbehalt und lassen Sie sich vorher beraten, etwa beim örtlichen Mieterverein. Wer zu viel einbehält, riskiert im schlimmsten Fall eine Kündigung.
Den Notdienst sollten Mieter nur dann selbst rufen, wenn Vermieter und Hausverwaltung nicht erreichbar sind und ein echter Notfall vorliegt, etwa Wasseraustritt oder Gasgeruch. Bei Gasgeruch gilt ohnehin: Fenster auf, keine Schalter betätigen, Haus verlassen und von draußen den Notruf des Gasversorgers wählen.
Häufige Fragen
Wie heiß sollte das Wasser aus dem Hahn sein?
Zum Duschen empfinden die meisten Menschen 38 bis 42 Grad als angenehm. Im Speicher und im Leitungsnetz sollte die Temperatur aus hygienischen Gründen höher liegen, die gewünschte Temperatur stellt dann die Armatur ein. In Haushalten mit kleinen Kindern schützt eine Thermostatarmatur vor Verbrühungen.
Warum dauert es so lange, bis warmes Wasser kommt?
Meist liegt die Zapfstelle weit vom Speicher entfernt, und es gibt keine Zirkulationsleitung. Dann muss erst das abgekühlte Wasser aus dem Rohr herauslaufen. In einer Mietwohnung kann eine ungewöhnlich lange Wartezeit sogar ein Mangel sein. Bei Durchlauferhitzern direkt am Waschbecken tritt das Problem kaum auf.
Darf ich den Warmwasserspeicher im Einfamilienhaus niedriger einstellen?
Für kleine Anlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es keine gesetzlich festgelegte Mindesttemperatur. Das Umweltbundesamt rät trotzdem zu 60 Grad am Speicheraustritt. Wer deutlich darunter geht, spart etwas Energie, nimmt aber ein höheres Risiko für Legionellen in Kauf, vor allem bei selten genutzten Leitungen.
Hilft es, den Durchlauferhitzer einfach höher zu stellen?
Nur wenn die Leistung des Geräts nicht ausgeschöpft ist. Ist das Wasser trotz hoher Einstellung lauwarm, liegt die Ursache eher bei einer ausgefallenen Sicherung, Kalk oder einem zu großen Durchfluss. Ein Gerät, das plötzlich deutlich schwächer heizt als früher, sollte ein Fachbetrieb prüfen.