12 €
Der reine Anstrich ist beim Maler selten der teure Teil. Für eine intakte Wand in Weiß zahlen Sie meist 8 bis 15 Euro pro Quadratmeter, Farbe, Arbeit und Mehrwertsteuer eingerechnet. Wer kräftige Farbtöne oder besonders hochwertige Farbe möchte, landet eher bei 15 bis 25 Euro.
Ob das Angebot am Ende passt, entscheidet meist der Zustand der Wand. Löcher, alte Tapete oder Nikotinflecken kosten oft mehr als die Farbe selbst.
Alle Preise beziehen sich auf die Wandfläche, nicht auf die Wohnfläche. Sie stammen aus Preisübersichten von Handwerkerportalen und Malerbetrieben (Stand Oktober 2026) und ersetzen kein Angebot vor Ort.
| Leistung | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Wände streichen, weiß | 8–15 €/m² | intakter Untergrund |
| Wände farbig oder mit Premiumfarbe | 15–25 €/m² | oft ein Anstrich mehr |
| Decke streichen | 10–18 €/m² | Überkopfarbeit |
| Abdecken und Abkleben | 2–5 €/m² | manchmal pauschal |
| Grundierung | 2–5 €/m² | bei saugendem Untergrund |
| Alte Tapete entfernen | 3–8 €/m² | mehrere Schichten teurer |
| Spachteln Q2 bis Q3 | 12–25 €/m² | nach Fläche und Stufe |
| Raufaser tapezieren und streichen | 15–20 €/m² | inkl. Tapete |
| Maler nach Stunden | 40–65 €/h | brutto |
| 20-m²-Zimmer, Wände und Decke | 900–1.100 € | normaler Zustand |
Eine 70-Quadratmeter-Wohnung hat keine 70 Quadratmeter Wand. Es sind deutlich mehr, grob das Zweieinhalb- bis Dreifache der Wohnfläche, je nach Raumhöhe und Zahl der Zimmer. Zum Prüfen eines Angebots reicht ein Zollstock. Pro Raum werden alle Wandlängen addiert und mit der Raumhöhe malgenommen. Ein Zimmer mit 4 mal 5 Metern und 2,50 Meter Höhe kommt so auf 45 Quadratmeter Wand. Tür und Fenster ziehen Sie dabei in der Regel nicht ab. Nach der VOB, nach der viele Malerbetriebe abrechnen (DIN 18363), werden Öffnungen bis 2,5 Quadratmeter einfach übermessen, also mitgezählt. Eine normale Zimmertür oder ein durchschnittliches Fenster liegt darunter. Die Leibungen rund um Fenster und Türen werden dafür gesondert berechnet. Rechnet ein Betrieb anders ab, sollte das im Angebot stehen.
Auf frischem Putz geht das Streichen schnell. Alte Raufaser mit Dübellöchern oder eine Raucherwohnung brauchen dagegen Vorarbeit, und die taucht im Angebot als eigene Position auf. Bei Spachtelarbeiten tauchen im Angebot oft die Stufen Q1 bis Q4 auf. Ohne besondere Vereinbarung gilt Q2, das reicht für eine normale matte Wand. Q3 oder Q4 braucht es eher, wenn Licht flach über die Wand fällt, etwa neben großen Fenstern, oder wenn eine glatte, leicht glänzende Oberfläche gewünscht ist. Jede Stufe mehr kostet spürbar mehr Arbeitszeit. Nikotin und Wasserflecken schlagen durch normale Wandfarbe wieder durch. Hier ist ein Sperr- oder Isoliergrund nötig, manchmal auch ein zusätzlicher Anstrich. Schimmel verschwindet durch Überstreichen dagegen nicht. Nach dem Umweltbundesamt ist die Hauptursache fast immer zu viel Feuchtigkeit, und die muss zuerst weg. Kleinere Zimmer kosten pro Quadratmeter oft mehr, weil Anfahrt, Abdecken und Aufräumen gleich bleiben. Rechnet ein Betrieb nach Stunden ab, sind die Stundensätze im Ratgeber Handwerker Stundenlohn eine gute Orientierung.
980 Euro kostet in diesem Beispiel ein Wohnzimmer mit 20 Quadratmetern Grundfläche, 2,50 Meter hoch, Raufaser in normalem Zustand mit einigen Dübellöchern:
| Position | Betrag |
| Wände weiß streichen, 45 m² à 12 € | 540 € |
| Decke streichen, 20 m² à 14 € | 280 € |
| Abdecken und Abkleben, pauschal | 100 € |
| Löcher und kleine Risse ausbessern | 60 € |
| Gesamt | 980 € |
Muss die alte Tapete runter und neue Raufaser an die Wände, kommen grob 300 bis 700 Euro dazu. Ist dagegen nur eine einzelne Akzentwand dran, bleibt es oft bei ein paar hundert Euro.
Bei einer ganzen Wohnung addiert der Maler Wandfläche und Decken, dazu kommen Abdecken und Ausbessern. Eine 70-Quadratmeter-Wohnung mit 2,50 Meter Raumhöhe hat grob 175 bis 210 Quadratmeter Wand und rund 70 Quadratmeter Decke.
| Wohnung (Wände und Decken, weiß, normaler Zustand) | Grobe Kosten |
| 50 m² | 1.700–3.200 € |
| 70 m² | 2.400–4.500 € |
| 100 m² | 3.400–6.300 € |
Gerechnet ist mit den Preisen aus der Tabelle oben, also 8–15 € pro m² Wand und 10–18 € pro m² Decke, plus Abdecken. Spachteln, Tapete entfernen oder farbige Wände kommen dazu. In einer leeren Wohnung, etwa vor dem Einzug, ist der Maler oft schneller und damit günstiger als in einer möblierten.
Für den Außenanstrich gelten andere Preise, weil ein Gerüst und wetterfeste Farbe dazukommen. Die Kosten dafür finden Sie im Ratgeber Fassade streichen Kosten.
Auf dem Eimer stehen zwei Angaben, die beim Vergleich helfen. Die Nassabriebklasse nach DIN EN 13300 zeigt, wie gut die Farbe Abwischen verträgt, von Klasse 1 (sehr robust) bis Klasse 5. Für Wohn- und Schlafzimmer reicht meist Klasse 3, in Küche und Kinderzimmer ist Klasse 2 sinnvoll, im Flur und Treppenhaus eher Klasse 1.
Die zweite Angabe ist das Deckvermögen. Klasse 1 deckt am besten, oft schon mit einem Anstrich. Günstige Farbe mit Klasse 3 oder 4 braucht dagegen häufig einen zweiten oder dritten Durchgang, und dann ist der Preisvorteil schnell dahin. Steht im Angebot nur „Dispersionsfarbe weiß“, bleibt offen, welche Klasse gemeint ist. Das lässt sich vor der Auftragsvergabe klären.
Ein Zimmer selbst zu streichen ist für viele ein Wochenendprojekt. Das Material für den Beispielraum, also Farbe, Rolle, Abdeckfolie und Klebeband, kostet je nach Farbqualität etwa 100 bis 200 Euro. Der Maler ist vor allem dann sein Geld wert, wenn gespachtelt werden muss, wenn hohe Decken oder Treppenhäuser anstehen oder wenn die Kanten wirklich sauber werden sollen. Wie es im Bad mit Feuchtraumfarbe geht, steht im Beitrag Bad streichen.
Während der Mietzeit dürfen Sie Ihre Wände in der Regel streichen, wie Sie möchten, auch in kräftigen Farben. Haben Sie die Wohnung weiß oder neutral bekommen, kann beim Auszug allerdings Schadensersatz drohen, wenn die Wände knallrot oder blau zurückgegeben werden. So hat es der Bundesgerichtshof 2013 entschieden (Az. VIII ZR 416/12). Ob Sie beim Auszug überhaupt renovieren müssen, hängt von der Klausel im Mietvertrag ab, mehr dazu unter Schönheitsreparaturen beim Auszug.
Eine Förderung für Malerarbeiten in der eigenen Wohnung gibt es nicht. Absetzen lassen sich aber 20 Prozent der Arbeitskosten inklusive Anfahrt, höchstens 1.200 Euro im Jahr (§ 35a EStG). Das gilt auch für Mieter. Die Farbe selbst zählt nicht mit, deshalb sollten Arbeit und Material auf der Rechnung getrennt stehen. Bar bezahlen sollten Sie nicht, das Finanzamt erkennt nur eine Überweisung an. Für Malerarbeiten im Neubau gilt der Bonus nicht.
Vor der Anfrage beim Maler sollten diese Punkte geklärt sein:
Stehen diese Angaben in der Anfrage, enthalten die Angebote dieselben Positionen und lassen sich Zeile für Zeile vergleichen.
Quellen (Stand Oktober 2026)
Alle Preise sind unverbindliche Richtwerte (Angaben ohne Gewähr). Die tatsächlichen Kosten hängen vom Einzelfall ab; ein verbindliches Angebot erhalten Sie nur vom Fachbetrieb.
Hinweis: Alle genannten Preise sind durchschnittliche Orientierungswerte (Stand 2026) und können je nach Region, Ausstattung, Anbieter und Aufwand abweichen. Es handelt sich nicht um garantierte Festpreise. Für ein verbindliches Angebot wenden Sie sich an einen Fachbetrieb.
In der Regel nach Wandfläche. Die ist meist zweieinhalb- bis dreimal so groß wie die Wohnfläche. Ein Preis „pro Quadratmeter Wohnfläche“ wirkt deshalb oft teurer, als er ist, und lässt sich mit anderen Angeboten schlecht vergleichen.
Meist nicht. Nach VOB werden Öffnungen bis 2,5 Quadratmeter mitgerechnet, dafür kommen die Leibungen extra dazu. Große Fensterfronten oder breite Durchgänge werden dagegen abgezogen.
Auf einer hellen, intakten Wand mit gut deckender Farbe manchmal ja. Bei einem Farbwechsel, auf frischem Putz oder mit günstiger Farbe sind zwei Anstriche üblich, bei kräftigen Tönen auch mehr.
Für ein normales Zimmer ohne große Spachtelarbeiten oft einen Tag. Muss gespachtelt oder tapeziert werden, kommen Trockenzeiten dazu, dann sind zwei bis drei Tage realistisch.
Nicht unbedingt komplett. Große Möbel können oft in der Raummitte stehen bleiben und werden abgedeckt. Ob der Betrieb beim Räumen hilft und was das kostet, sollte im Angebot stehen.
Bei rund 70 Quadratmetern Wohnfläche, weißen Wänden und Decken in normalem Zustand liegen viele Angebote zwischen etwa 2.400 und 4.500 Euro. Entscheidend sind die tatsächliche Wandfläche und wie viel vorher ausgebessert werden muss.
Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir vermitteln keine Handwerksbetriebe, beantworten aber gern Fragen zu Kosten und Ablauf.
Bau-Wissen