
Die Preise sind so niedrig wie nie
Ein starkes Argument sind die Anschaffungskosten. Eine schlüsselfertige Anlage kostet 2026 im Schnitt rund 1.015 Euro pro Kilowattpeak – der niedrigste Stand aller Zeiten und rund 40 Prozent weniger als noch vor zehn Jahren. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 10 kWp bedeutet das etwa 9.700 bis 14.300 Euro ohne Speicher. Auch Stromspeicher sind deutlich günstiger geworden. Gleichzeitig steigen die Strompreise weiter – diese Schere ist der eigentliche Grund, warum sich Solarstrom heute rechnet.
Eigenverbrauch ist der Schlüssel
Früher lebte die Rechnung von der Einspeisevergütung, heute vom Eigenverbrauch. Für die reine Warmwasserbereitung ist außerdem Solarthermie eine Alternative, die weniger Dachfläche braucht. Der Grund ist einfach: Für eingespeisten Strom bekommen Sie nach aktueller Lage rund 7,78 Cent pro Kilowattstunde – für Strom aus dem Netz zahlen Sie aber deutlich über 30 Cent. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen also viermal so viel, wie die Einspeisung einbringt. Deshalb gilt: Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto schneller rechnet sich die Anlage. Ideal ist ein Jahresverbrauch von mindestens 3.000 Kilowattstunden.
Wann sich die Anlage besonders lohnt
Am meisten profitieren Haushalte, die ihren Eigenverbrauch hochtreiben können. Eine Wärmepumpe, eine Wallbox fürs Elektroauto oder ein Stromspeicher machen aus der Solaranlage erst richtig ein Sparmodell. Auch ein Süddach mit wenig Verschattung und einer Neigung um 30 bis 40 Grad hilft. Wer tagsüber zu Hause ist – etwa im Homeoffice – nutzt ohnehin mehr eigenen Strom. In diesen Fällen amortisiert sich die Anlage typischerweise nach 10 bis 15 Jahren, läuft aber bis zu 30 Jahre. Die Ersparnis über die Lebensdauer liegt oft im fünfstelligen Bereich.
Wann es sich weniger lohnt
Ehrlich gesagt gibt es auch Fälle, in denen sich eine Anlage kaum rechnet. Ein stark verschattetes Dach – etwa durch Bäume oder Nachbargebäude – drückt den Ertrag erheblich. Steht ohnehin eine Dachsanierung an, lohnt es sich, beides zusammen zu planen – die Kosten dafür stehen unter Dachsanierung Kosten. Ein Nordddach ohne brauchbare Alternativfläche ist ebenfalls kritisch. Wer einen sehr niedrigen Stromverbrauch hat und kaum tagsüber Strom nutzt, verschenkt viel an die günstige Einspeisung. Auch ein sanierungsbedürftiges Dach ist ein Problem: Erst das Dach richten, dann die Anlage – sonst muss die Anlage später wieder ab. Und wer die Anlage zu teuer einkauft, verschiebt die Amortisation deutlich nach hinten.
Was der Speicher bringt

Ein Stromspeicher kostet extra, erhöht aber den Eigenverbrauch von rund 30 auf 60 bis 70 Prozent. Bei Speicherpreisen um 315 Euro pro Kilowattstunde und weiter fallender Tendenz ist er für viele inzwischen sinnvoll – besonders in Kombination mit Wärmepumpe oder E-Auto. Wer den Strom dagegen ohnehin tagsüber verbraucht, kommt auch ohne Speicher gut zurecht. Als Faustregel gilt: Der Speicher lohnt sich, wenn er den Eigenverbrauch deutlich steigert und der Preis pro Kilowattstunde Kapazität stimmt. Rechnen Sie vorher konkret durch.
Timing: Worauf Sie 2026 achten sollten
Beim Thema lohnt sich Photovoltaik spielt 2026 auch das Timing eine Rolle. Die feste Einspeisevergütung von 7,78 Cent gilt nach aktueller Lage nur für Anlagen, die bis Ende Juli 2026 in Betrieb gehen – danach ist eine Umstellung auf marktorientierte Direktvermarktung geplant. Wer ohnehin plant, sollte die aktuelle Rechtslage prüfen, denn die feste Vergütung läuft dann 20 Jahre. Zu beachten sind außerdem die Smart-Meter-Pflicht ab 7 kWp und die Solarpflicht bei Dachsanierungen, die inzwischen in vielen Bundesländern gilt.
Eine Beispielrechnung

Damit die Frage nicht abstrakt bleibt, hier eine grobe Beispielrechnung für ein typisches Einfamilienhaus. Eine 10-kWp-Anlage kostet rund 12.000 Euro und liefert etwa 9.500 bis 10.500 Kilowattstunden pro Jahr. Ohne Speicher nutzt ein durchschnittlicher Haushalt davon etwa 30 Prozent selbst, also rund 3.000 Kilowattstunden – bei einem Strompreis von gut 30 Cent sind das etwa 900 Euro gesparte Stromkosten im Jahr. Der Rest wird eingespeist und bringt bei 7,78 Cent noch einmal rund 500 Euro. Zusammen also rund 1.400 Euro Nutzen pro Jahr, abzüglich 200 bis 300 Euro Betriebskosten. Das ergibt eine Amortisation im Bereich von etwa zehn bis zwölf Jahren – und danach läuft die Anlage noch viele Jahre weiter. Wichtig: Das sind Richtwerte, Ihr konkreter Fall hängt von Dach, Verbrauch und Angebot ab.
Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Ob sich die Anlage rechnet, entscheidet sich stark am Einkaufspreis. Holen Sie deshalb mehrere Angebote ein und vergleichen Sie nicht nur die Endsumme, sondern den Preis pro Kilowattpeak – so werden unterschiedlich große Anlagen vergleichbar. Achten Sie außerdem auf die Qualität der Komponenten, die Garantiezeiten für Module und Wechselrichter und darauf, ob eine realistische Ertragsprognose beiliegt. Vorsicht bei Anbietern, die mit Traumrenditen werben oder zur schnellen Unterschrift drängen. Ein seriöser Betrieb schaut sich Ihr Dach an, rechnet ehrlich und erklärt auch die Grenzen. Klären Sie zudem, wer die Anmeldung beim Netzbetreiber übernimmt und wie lange die Wartezeit bis zur Inbetriebnahme ist – gerade das ist 2026 wegen der Vergütungsfristen wichtig.
Fazit
Lohnt sich Photovoltaik 2026? Für die meisten Einfamilienhäuser lautet die Antwort klar ja – dank Rekord-niedriger Preise, steigender Strompreise und dem Wegfall der Umsatzsteuer. Entscheidend ist aber nicht die Einspeisung, sondern der Eigenverbrauch: Je mehr Sonnenstrom Sie selbst nutzen, desto besser die Rechnung. Wer ein geeignetes Dach, einen soliden Stromverbrauch und idealerweise Wärmepumpe oder E-Auto hat, fährt sehr gut. Bei starker Verschattung, sehr geringem Verbrauch oder marodem Dach sollte man dagegen genau rechnen. Am Ende hilft ein konkretes Angebot mit Ertragsprognose für Ihr Dach.
Häufige Fragen
Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?
Ja, für die meisten Einfamilienhäuser. Die Anlagenpreise sind mit rund 1.015 Euro pro kWp so niedrig wie nie, die Strompreise steigen. Entscheidend ist ein hoher Eigenverbrauch.
Warum ist der Eigenverbrauch so wichtig?
Weil eingespeister Strom nur rund 7,78 Cent pro kWh bringt, während Netzstrom über 30 Cent kostet. Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart also ein Vielfaches.
Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?
Typischerweise nach 10 bis 15 Jahren. Die Anlage läuft aber bis zu 30 Jahre – die Ersparnis über die Lebensdauer liegt oft im fünfstelligen Bereich.
Wann lohnt sich Photovoltaik nicht?
Bei stark verschattetem Dach, reiner Nordausrichtung, sehr niedrigem Stromverbrauch oder einem sanierungsbedürftigen Dach. Auch ein zu teurer Einkauf verschiebt die Amortisation.